CircoFloor für Profis: trocken renovieren ohne Nassestrich

Durch Staenis |

Eine typische Renovierungssituation: Die Leitungen sind verlegt, der Boden muss auf die richtige Höhe gebracht werden und das nächste Team möchte mit dem Ausbau beginnen. Wie lässt sich dieser Übergang organisieren? Mit CircoFloor entsteht ein trockener Bodenaufbau ohne die Trocknungswartezeit eines Nassestrichs in diesem Aufbau. Renovierungsbetriebe, Tischler und Trockenbauer können die Arbeitsschritte dadurch besser selbst planen.

Der Vorteil liegt vor allem im Übergang zwischen den Arbeitsschritten am Boden. Aufmessen, Vorbereiten, Montieren und Prüfen benötigen weiterhin Zeit. Die trockene Bauweise ersetzt diese Arbeiten nicht, nimmt aber das Trocknen eines Nassestrichs aus dieser Arbeitsfolge heraus.

CircoFloor-Versuchsaufbau mit loser Korkfüllung und einer OSB-Platte als Beispiel für die Beplankung.
CircoFloor-Versuchsaufbau mit loser Korkfüllung und einer OSB-Platte als Beispiel für die Beplankung.

Was ist CircoFloor?

CircoFloor ist eine verstellbare Tragstruktur aus weißen Kunststoff-Strukturplatten, schwarzen Einstellschrauben und grünen Sicherungsschrauben. Die Platten werden verbunden, auf Höhe eingestellt und gesichert. Die Zwischenräume werden mit geeigneter loser Dämmung gefüllt. Darauf folgen die gewählte Beplankung und der Bodenbelag.

Eine Strukturplatte ist also keine OSB- oder Gipsfaserplatte. Die Kunststoffteile bilden das verstellbare System; die oberen Platten werden auf Belastung und Belag abgestimmt. Eine geeignete Kombination ermöglicht einen Boden ohne Nassestrich. Welche weiteren Schichten erforderlich sind, hängt vom vorhandenen Untergrund und der Planung ab.

Entdecken Sie den Aufbau des CircoFloor-Systems.

Vertraute Arbeit für Renovierungs- und Trockenbaubetriebe

Arbeiten Sie regelmäßig mit Gipskarton, Fermacell oder Holzwerkstoffplatten? Dann sind genaues Nivellieren, Anschlussdetails und trockene Montage vertraute Aufgaben. CircoFloor passt zu dieser Arbeitsweise. Der Bodenaufbau lässt sich in den eigenen Renovierungsablauf einbinden, sodass Vorbereitung, Materiallieferung und Beplankung aufeinander abgestimmt werden können.

Der Systemaufbau muss allerdings vor der Bestellung feststehen. Klären Sie, wer den tragenden Boden beurteilt, die Leitungen prüft und den Anschluss an den Endbelag plant. So weiß jeder Beteiligte, welche Schicht er übergibt und worauf der nächste Schritt aufbaut. Auch in kleinen Räumen bleibt diese Vorbereitung wichtig.

Weniger Wartezeit zwischen den Arbeitsschritten

Unterscheiden Sie bei der Planung zwischen Arbeitszeit, Begehbarkeit und Belegreife. Die Arbeitszeit umfasst die Montage. Begehbarkeit bedeutet, dass ein korrekt montierter Bereich sicher betreten werden kann. Für die Belegreife müssen zusätzlich Beplankung, Verbindungen, Ebenheit und gegebenenfalls Klebstoffe die Vorgaben für die nächste Schicht erfüllen.

Eine sinnvolle Reihenfolge ist: Tragstruktur nivellieren und füllen, beplanken und anschließend den gewählten Belag verlegen. Zwischen den trockenen Systemschichten muss kein Nassestrich austrocknen. Die benötigten Arbeitstage hängen von Fläche, Zugänglichkeit, Aussparungen und Erfahrung des Teams ab und werden für jede Baustelle einzeln geplant.

Bei Klebstoffen, Ausgleichsmasse oder anderen nass eingebrachten Schichten gelten weiterhin deren Verarbeitungs- und Wartezeiten. Auch Feuchtigkeit im vorhandenen Boden verschwindet nicht durch einen darüberliegenden Trockenaufbau. Der Planungsvorteil beginnt daher mit einem geeigneten Untergrund und einem zum Projekt passenden Aufbau.

Vom Untergrund zum fertigen Boden

Prüfen Sie zunächst Tragfähigkeit, Stabilität und Feuchtezustand des Untergrunds. Erfassen Sie Leitungen und Hindernisse. Kontrollieren Sie danach die verfügbare Höhe von einer gemeinsamen Bezugshöhe aus, einschließlich Schwellen und angrenzender Räume. Je nach Einstellschrauben beträgt die verstellbare CircoFloor-Systemhöhe 8,8 bis 21,8 cm. Beplankung, Bodenbelag und mögliche Zusatzschichten kommen hinzu.

Prüfen Sie den Verstellbereich in den technischen Angaben.

Montieren, nivellieren und sichern Sie die Struktur nach der Anleitung. Prüfen Sie die Verbindungen vor dem Befüllen. Einstellschrauben dürfen nicht auf Leitungen aufliegen; beachten Sie Ränder und Aussparungen. Verteilen Sie anschließend die gewählten Dämmgranulate. Sackware lässt sich in handhabbaren Mengen zuführen; planen Sie Lagerfläche und einen geeigneten Transportweg ins Obergeschoss ein.

Lose Korkgranulate aus einem Sack werden in die montierte CircoFloor-Struktur verteilt.
Lose Korkgranulate aus einem Sack werden in die montierte CircoFloor-Struktur verteilt.

Wählen Sie die oberen Platten gemeinsam mit dem Endbelag. OSB, Fermacell und Knauf Brio sind nicht beliebig austauschbar: Unterstützung, Verbindungen und Lastverteilung unterscheiden sich je nach Aufbau. Beachten Sie die vorgeschriebene Befestigung des gewählten Materials. Prüfen Sie den Aufbau vor Beginn der Belagsarbeiten und dokumentieren Sie die tatsächlich ausgeführten Schichten.

Sehen Sie sich das Installationshandbuch an

Dämmung, Akustik und Heizung passend zum Projekt wählen

Lose EPS-Perlen und Korkgranulate haben unterschiedliche Eigenschaften. Wählen Sie die Füllung entsprechend den thermischen und akustischen Anforderungen sowie der verfügbaren Höhe. Der Lambda-Wert beschreibt das Füllmaterial; der Rd-Wert des gesamten Bodenaufbaus erfordert eine Betrachtung aller Schichten. Nutzen Sie dafür die Tabellen und das Berechnungstool auf der Dämmungsseite.

Dämmstoffe und Leistung des Gesamtaufbaus vergleichen.

Für die Akustik zählt die geprüfte Kombination aus tragendem Boden, Systemhöhe, Füllung und Beplankung. Die veröffentlichten Prüfungen erfolgten auf einer massiven Betonplatte. Übertragen Sie die Ergebnisse daher nicht ungeprüft auf Holz- oder CLT-Decken. Auch Anschlüsse an Wände und andere Bauteile sind zu beachten. Nutzen Sie die zu Ihrer Planung passenden Prüfaufbauten und Berichte.

Akustische Prüfungen je Aufbau ansehen.

Fußbodenheizung ist mit einem geeigneten Aufbau möglich, beispielsweise mit Uniwarm oder Fermacell Therm25. Stimmen Sie Platten, mögliche Zusatzschichten und Bodenbelag aufeinander ab. Eine Lösung mit gegossener Ausgleichsmasse enthält wieder einen nassen Arbeitsschritt, der einzuplanen ist. Für die Inbetriebnahme gelten weiterhin die Vorgaben für Heizung und Belag.

Möglichkeiten für Fußbodenheizung vergleichen.

Leicht und anpassbar – den gesamten Boden berücksichtigen

Ein trockener Aufbau ist interessant, wenn das Gewicht auf einer vorhandenen Decke begrenzt werden soll. Berücksichtigen Sie das Gesamtgewicht von Struktur, Füllung, Beplankung, Heizung und Endbelag. Lassen Sie die vorhandene Konstruktion im Zweifel beurteilen. Ein leichtes System ersetzt keine Prüfung von Tragfähigkeit, Durchbiegung und Punktlasten.

Mechanisch verbundene Bauteile und lose Füllung bieten Möglichkeiten für Demontage und Wiederverwendung. Die spätere Zugänglichkeit der Leitungen hängt auch von den oberen Schichten und deren Befestigung ab. Ein verklebter Belag lässt sich anders entfernen als eine abnehmbare Platte. Berücksichtigen Sie spätere Änderungen daher bereits bei der Planung.

Ohne Nassestrich entfällt in diesem Aufbau auch das Trocknungsschwinden dieser Estrichschicht. Das garantiert jedoch keine vollständige Riss- oder Bewegungsfreiheit. Untergrund, Plattenverbindungen, Fugen und Belag bleiben für ein dauerhaftes Ergebnis entscheidend.

Mehr über Demontage und Umweltwirkung des gewählten Aufbaus erfahren.

Für Architekten und Planer

Legen Sie den vollständigen Bodenaufbau mit verfügbarer Höhe, Nutz- und Punktlasten, thermischen und akustischen Anforderungen sowie Bodenbelag fest. Prüfen Sie auch mögliche Brand- und Feuchteanforderungen des Projekts. Ordnen Sie den gewählten Materialien die geltenden Vorgaben und Prüfberichte zu. Die Produktwahl allein weist nicht nach, dass das Gebäude sämtliche Anforderungen erfüllt.

Nutzen Sie die Ausschreibungshilfe als Ausgangspunkt für die Projektbeschreibung.

Häufige Fragen aus der Praxis

Für welche Betriebe ist diese Arbeitsweise interessant?

Für Komplettsanierer, Renovierungsdienstleister, Tischler und Trockenbauer, die trockene Montage und Plattenmaterialien verbinden möchten. Ob CircoFloor passt, hängt jeweils vom Untergrund und dem erforderlichen Bodenaufbau ab.

Kann das Team für die Belagsarbeiten sofort weiterarbeiten?

Sobald der gewählte Aufbau korrekt ausgeführt ist und die Voraussetzungen für den Belag erfüllt. Es muss kein Nassestrich trocknen; Klebstoffe, Ausgleichsmasse und Feuchteanforderungen von Untergrund oder Belag sind dennoch zu berücksichtigen.

Kann CircoFloor auf einer Holzdecke verlegt werden?

Mit einem geeigneten und vorab beurteilten Aufbau ist das möglich. Prüfen Sie Tragfähigkeit, Steifigkeit, Durchbiegung und Feuchte. Akustische Ergebnisse auf Beton gelten nicht automatisch für Holz. Lassen Sie Decke und Anschlüsse im Zweifel beurteilen.

Ist eine Fußbodenheizung möglich?

Ja, mit einer passenden Kombination aus Heizsystem, Beplankung und Belag. Prüfen Sie auch zusätzliche Höhe und Belastung. Beachten Sie die Heizungsbeispiele und die Vorgaben aller beteiligten Systemanbieter.

Den nächsten Renovierungsboden vorbereiten

Notieren Sie Fläche, verfügbare Höhe, tragenden Boden und gewünschten Belag. Vergleichen Sie geeignete Aufbauten und berechnen Sie anschließend das Material. Mit diesen Angaben können Sie die Ausführung und den Anschluss an die übrige Renovierung gezielt besprechen.

Bodenaufbauten und Beläge ansehen.

Berechnen Sie Ihren Bodenaufbau

Ihr Projekt besprechen

Das sagen unsere Kunden